Haben Sie vielleicht das Gefühl, dass Ihnen etwas aus der Scheide herausfällt? Spüren Sie einen „Ball“, der aus der Vagina herausschaut? Haben Sie dabei ein unangenehmes Gefühl? Haben Sie Probleme beim Wasserlassen und vielleicht auch beim Geschlechtsverkehr?
Wenn wir von einer Zystozele sprechen, meinen wir eine Vorwölbung durch den Scheideneingang, die beim Heben von Lasten und bei anderen Aktivitäten auftritt. Es handelt sich um eine häufige Störung, die dann störend wird, wenn sie die Vaginalöffnung erweitert und sich als halbkugelförmige, eiförmige Struktur zeigt, die an der Unterwäsche reibt, wodurch Unbehagen verursacht wird. Es können auch vaginaler Ausfluss und Störungen beim Wasserlassen auftreten.
Die häufigste Ursache für eine Blasensenkung ist eine Beckenbodenverletzung bei einer vaginalen Geburt, und vom Ausmaß dieser Verletzung hängt ab, wann sich die Zystozele in Zukunft zeigen wird. Je größer der Grad der Geburtsverletzung des Beckenbodens ist, desto früher und ausgeprägter wird die Zystozele auftreten. Das Auftreten einer Zystozele wird maßgeblich von der Vererbung (z. B. Bindegewebsschwäche, Gebärmutter- oder Blasensenkung bei der Mutter) sowie von anderen Faktoren beeinflusst, die den Beckenboden stark belasten (schwere körperliche Arbeit, Tragen von Lasten, chronischer Husten, gynäkologische Operationen).
Eine Zystozele entsteht, wenn die Blasenstütze (Faszie) geschwächt wird, sich überdehnt oder von der seitlichen Beckenwand abreißt. Bei der Faszie handelt es sich um Bindegewebe, das kein Muskelgewebe enthält, was bedeutet, dass Methoden zur Muskelstärkung (Kegelübungen, elektrische und magnetische Stimulationen) keinesfalls helfen werden.
Wie kann eine Zystozele behoben werden?
Prof. Dr. But erklärt:
„Eine Zystozele kann ausschließlich chirurgisch behoben werden, wobei für den Erfolg der Operation vor allem zwei Dinge entscheidend sind. Erstens die Art der Zystozele und zweitens die Position der Gebärmutter bzw. des Scheidenendes. Bei einer zentralen Zystozele ist die Stütze (Faszie) direkt unter der Blase geschwächt, und falls die Gebärmutter nicht gesenkt ist, kann die Blase wieder an ihren Platz angehoben werden (vordere Plastik bzw. Kolporrhaphia anterior). Es handelt sich um einen Eingriff, der in Lokalanästhesie durchgeführt wird, die Operation dauert 20 Minuten, und die Entlassung erfolgt unmittelbar nach dem ersten Wasserlassen, was üblicherweise innerhalb einer halben Stunde nach der Operation geschieht. Falls der Zystozele eine erhebliche Gebärmuttersenkung beiliegt, ist dieser operative Ansatz jedoch nicht die beste Option, da sich die Zystozele höchstwahrscheinlich wiederholen wird.
Ähnlich weniger erfolgreich ist diese Operationsmethode bei lateralen Zystozelen, bei denen die Blasenstütze von der seitlichen Beckenwand abgerissen ist. In diesem Fall muss die Blase mit einem speziell angepassten Netz angehoben werden. Es handelt sich um einen Eingriff, der in Lokalanästhesie oder auch in Sedierung durchgeführt wird. Die Operation dauert 45 Minuten, und die Entlassung erfolgt nach dem ersten Wasserlassen. Selten entscheiden wir uns für die Platzierung eines temporären Katheters in der Blase.
Falls die Zystozele auch von einer Gebärmuttersenkung begleitet wird, heben wir beides laparoskopisch an, was unter Vollnarkose erfolgt. Die Operation dauert etwa 60 Minuten, und die Entlassung erfolgt am Tag nach der Operation. Nur ein solcher Ansatz bietet die Garantie, dass sich die Zystozele und die Gebärmuttersenkung höchstwahrscheinlich nicht wiederholen werden.“
Und ja, noch etwas… der Vaginal-Laser ist bei der Behandlung von Zystozelen völlig unbrauchbar und ineffektiv, trotz möglicherweise anderslautender Versprechungen derer, die Vaginal-Laser an Frauen verkaufen, die ihnen (blind) vertrauen. Die Laserenergie dringt nämlich nicht tief genug in die Scheidenwand ein, um die Faszie zu erreichen, sie dringt nicht einmal die Hälfte der Dicke der Scheidenschleimhaut ein, kann aber Verbrennungen verursachen! Und wenn der Laser einen „Effekt“ hervorruft, dann handelt es sich lediglich um einen Placebo-Effekt, der nach einigen Wochen oder ausnahmsweise Monaten vollständig abklingt!“