Schmerzen im kleinen Becken
Schmerzen im kleinen Becken und im Unterbauch sind bei Frauen sehr häufig. Sie werden mit gynäkologischen Ereignissen wie Ovulation und Menstruation in Verbindung gebracht. Oftmals sind die Schmerzursachen jedoch nicht-gynäkologischer Natur und können auf Probleme des Harntrakts, des Darms, des Bewegungsapparats, der Wirbelsäule und andere Ursachen zurückgeführt werden.
Nach Entstehung und Dauer können die Schmerzen akut (treten plötzlich auf) oder chronisch (bestehen seit mindestens 6 Monaten oder länger) sein. Sie können zyklisch sein und jeden Monat auftreten (meist gynäkologischen Ursprungs) oder dauerhafter sein und sich im Zyklus nicht wesentlich ändern (oft eine Folge von Veränderungen der Lendenwirbelsäule und eines Hypertonus der Beckenbodenmuskulatur).
Bei gynäkologischen Ursachen können sie als Folge einer Dehnung der Zystenwand (Distension), einer Zystenruptur oder einer Eileiterschwangerschaft (Ruptur) auftreten.
Schmerzen können auch durch stärkere Blutungen und die daraus resultierende Bildung eines Hämatoms im kleinen Becken oder durch eine Unterbrechung der Eierstockdurchblutung bei Torsion (Ischämie) verursacht werden. Des Weiteren können Schmerzen die Folge einer Eierstockentzündung (Adnexitis) oder einer Endometriose des kleinen Beckens sein.
Bei der Diagnostik sind die klinische Untersuchung und eine präzise Ultraschalldiagnostik sehr wichtig. Manchmal werden auch Laboruntersuchungen (Blutbild, CRP, CA 125) herangezogen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Bei leichten Schmerzen genügt eine analgetische Therapie (NSAR-Tabletten). Manchmal wird auch eine Hormontherapie (einschließlich Kontrazeptiva) gewählt.
Bei stärkeren Schmerzen wird manchmal eine diagnostische Laparoskopie durchgeführt, bei der die Ursache der Schmerzen bestätigt und gleichzeitig beseitigt wird.