Frauen werden immer häufiger zur Anwendung von Lasern ermutigt, sei es für ästhetische Zwecke (Verjüngung der Vagina), zur Behandlung von Inkontinenz bzw. aufgrund von Blasenproblemen oder aufgrund eines Prolaps der gynäkologischen Organe.
Bei der Anpreisung von „komfortablen“ und „minimalinvasiven“ Lasertherapien wird ein hoher Prozentsatz an Erfolg und damit verbundener Patientenzufriedenheit versprochen.
Hier stellt sich jedoch die Frage, ob diese Art der Behandlung wirklich hilft oder ob es sich nur um die Aussicht auf ein leichtes Einkommen handelt? Wie viel Wahrheit steckt in den Behauptungen über die Wirksamkeit des Lasers? Und was sagt die Fachwelt dazu?
Nach den Ergebnissen der neuesten Studie, die in der wichtigsten uro-gynäkologischen Fachzeitschrift »International Urogynecology Journal« veröffentlicht wurde, gibt es derzeit nicht genügend objektive Beweise für die Wirksamkeit des Lasers bei der Behandlung von Frauen, die an Inkontinenz, einer überaktiven Blase oder einem Prolaps der Gebärmutter oder Blase leiden.
Fast alle bisher veröffentlichten klinischen Studien zur Lasertherapie der Vagina sind von sehr schlechter Qualität und enthalten keine Daten zur Langzeitwirksamkeit.
Bei der Überprüfung der kurzfristigen Wirksamkeit des Lasers wird die Möglichkeit eines Placebo-Effekts nicht ausgeschlossen. Bei der Darstellung des Behandlungserfolgs ist beim Laser ein extrem hohes Maß an Voreingenommenheit nachgewiesen.
Tatsache ist, dass die Eindringtiefe des Lasers in das Vaginalgewebe weniger als 1 mm beträgt, und da die Vaginalschleimhaut etwa 2,5 mm dick ist, bedeutet dies, dass der Laserstrahl nicht einmal die Vaginalschleimhaut durchdringt und somit nicht die Stützstrukturen (Faszien) der Harnröhre und Blase sowie die Bänder (Ligamente) erreicht, auf die er unbedingt einwirken müsste, wenn man mit ihm Inkontinenz und den Prolaps gynäkologischer Organe beseitigen wollte.
Forschungen, die möglicherweise die Rolle des vaginalen Lasers in der Urogynäkologie unterstützen, sind meist voreingenommen und werden von Unternehmen gesponsert, die Laser verkaufen.
Aus all diesen Gründen empfehlen und unterstützen wir den Einsatz von Lasern in der Klinik BUT nicht!
Oftmals befinden sich unsere Patientinnen in einem Dilemma bezüglich der Behandlung von Inkontinenz.
Im Folgenden teilen wir Ihnen mit, was Prim. Prof. Dr. But seinen Patientinnen antwortet, wenn sie ihn nach einem Vergleich der Inkontinenzbehandlung mit einer Minisling-Operation – bzw. mit einem Laser zur Behandlung von Inkontinenz – fragen:
- Der Erfolg der Minisling-Operation ist wissenschaftlich belegt, Inkontinenz wird ausschließlich durch eine Operation wirksam verhindert. Es liegen keine Daten über eine objektive Verbesserung der Harninkontinenz nach einer Lasertherapie der Vagina vor, bzw. diese sind voreingenommen!
- Das Einsetzen von Minisling-Bändern wird von allen unabhängigen Fachorganisationen im Bereich der Urogynäkologie und Urologie (IUGA, ICS, SIU) unterstützt, während die Anwendung des Vaginal-Lasers in der Urogynäkologie von denselben Fachorganisationen nicht unterstützt wird. Die Wirkung der Minisling-Operation ist sofortig und lang anhaltend, der Laser ist leider wirkungslos, bzw. es handelt sich nur um einen Placebo-Effekt.
- Die Dauer des Minisling-Eingriffs ist kürzer als die Dauer der Behandlung mit dem Vaginal-Laser, bei beiden Verfahren ist jedoch kein möglicher Schnitt in die Haut erforderlich.
- Nach der Minisling-Operation können Sie, wenn die Lokalanästhesie nachlässt, vorübergehende Beschwerden im kleinen Becken und in der Blase haben, nach dem Vaginal-Laser ist ein brennendes Gefühl in der Vagina häufig.
- Der Minisling-Eingriff ist zwar etwas teurer, aber der Erfolg der Operation ist dauerhaft. Der Vaginal-Laser muss mehrmals wiederholt werden, wodurch der Preis steigt und am Ende den Preis der Operation übersteigt ~ und das ohne garantierten Erfolg.
- Am Tag nach der Minisling-Operation können Sie, wenn Sie möchten, zur Arbeit gehen.
- Der Erfolg der Minisling-Operation ist dauerhaft ~ und in mehr als 98 % der Operationen erfolgreich ~ unter der Voraussetzung, dass die Stressinkontinenz entsprechend diagnostiziert wurde und die Patientin keine zusätzlichen Blasenprobleme hat.
- All dies gilt unter der Voraussetzung, dass Sie die Minisling-Operation von einem Facharzt durchführen lassen, der dafür ausgebildet ist – und Erfahrung mit dem Eingriff hat. Es handelt sich zwar um einen kurzen und minimalinvasiven Eingriff, der jedoch viel Wissen und Erfahrung eines Urogynäkologen erfordert.